die Situation in unserer Gemeinde hat auch uns Ministranten, Kinder, Jugendlichen und Ehemaligen in den vergangenen Wochen sehr aufgewühlt und sogar Angst gemacht. Bisher haben wir in einer Gemeinde gelebt, in der wir uns von klein auf wohlgefühlt haben.
Die Katholische Kirche hat eine sehr lange Beziehung im Umgang mit Angst. Früher noch mehr als heute. Unser Eindruck ist, dass diese Atmosphäre der Angst im Moment wieder besonders gefördert wird.
Unser Pfarrer Matthias Eggers bemängelt die schleppende Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bistum Hildesheim. Daraufhin bitten Sie ihn, Herr Bischof, sein Amt niederzulegen. Ansonsten behalten Sie sich ein Amtsenthebungsverfahren vor.
Dies erscheint uns besonders als Mahnung und Drohung an alle anderen im Bistum. So etwas passiert, wenn man es wagt, öffentlich Kritik zu äußern.
Und genau diese Atmosphäre der Angst ist es doch auch, die es so den Tätern in der Kirche ermöglicht, gefahrlos Verbrechen an Schutzbefohlenen zu begehen.
Unter dem Deckmantel den guten Ruf der Katholischen Kirche zu wahren, können sie ihr Unwesen folgenlos treiben.
Auch wir hatten einen Täter, der unter dem Schutz des Bistums Hildesheim stand: Georg Merettig.
Wer schutzlos war, das waren wir. Wir Kinder, wir Jugendliche.
Nicht nur in Wolfenbüttel. Auch in Cuxhaven. Und in SZ-Bad. Und in Lehre. Und in Ronnenberg. Und in Uelzen. Und in SZ-Gebhardshagen. Und in Ilsede. Und in Bad Gandersheim.
Es wurde mit uns Kindern, mit uns Jugendlichen, mit unserer Zukunft gespielt. Und wir sind die Schwächsten, wir können uns meist vor Erwachsenen noch nicht schützen.
Und worum geht es? Was hat Pfarrer Matthias Eggers angemahnt? Endlich den missbrauchten Kinder und Jugendlichen Gehör zu verschaffen. Ihnen endlich eine Stimme zu geben.
Denn: „Es hätten auch wir sein können.“
Es hätte mein Bruder sein können. Schauen Sie sich um, es hätte jeder von uns sein können!
Ja, es hätten auch wir sein können.
Wir haben Glück gehabt. Das Wissen zerreißt uns förmlich.
Einerseits hätten wir Opfer sein können, weil die Kirche verschwiegen, vertuscht, versetzt hat.
Und andererseits gehören wir zu der Kirche, die nicht schonungslos aufarbeitet und die den Opfern nicht bedingungslos hilft.
Und deshalb frage ich mich immer öfter:
„Kann ich dies mittragen?“
„Kann ich einer Kirche angehören, die so mit Macht umgeht?“
Deshalb unser Wunsch: Kehren Sie, Herr Bischof, zu Ihrem Versprechen zurück, jeden Stein umzudrehen und schonungslos aufzuarbeiten.
Reißen Sie die Machtstrukturen Kirche endlich ein, so wie Sie es zu Beginn Ihrer Amtszeit Ende 2018 verkündet und gefordert haben: „Wir brauchen einen radikalen Wandel, unverstellten Blick auf unsere Wurzel, unseren Ursprung: das Leben und die Botschaft Jesu. Und können nicht mehr weitermachen wie bisher.“
Wir hoffen Sie können mit uns zu dieser Botschaft zurückkehren. Mit uns daran arbeiten. Und das Licht, dass Pfarrer Eggers neu entzündet hat, ins Bistum tragen.
Und dafür überreiche ich Ihnen, Herr Bischof, diese Kerze. Bringen Sie bitte für uns alle „Licht ins Dunkel“. Für alle Betroffenen, alle Angehörigen.
Lieber Bischof, lieber Matthias, liebe Gemeinde,
die Situation in unserer Gemeinde hat auch uns Ministranten, Kinder, Jugendlichen und Ehemaligen in den vergangenen Wochen sehr aufgewühlt und sogar Angst gemacht. Bisher haben wir in einer Gemeinde gelebt, in der wir uns von klein auf wohlgefühlt haben.
Die Katholische Kirche hat eine sehr lange Beziehung im Umgang mit Angst. Früher noch mehr als heute. Unser Eindruck ist, dass diese Atmosphäre der Angst im Moment wieder besonders gefördert wird.
Unser Pfarrer Matthias Eggers bemängelt die schleppende Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bistum Hildesheim. Daraufhin bitten Sie ihn, Herr Bischof, sein Amt niederzulegen. Ansonsten behalten Sie sich ein Amtsenthebungsverfahren vor.
Dies erscheint uns besonders als Mahnung und Drohung an alle anderen im Bistum. So etwas passiert, wenn man es wagt, öffentlich Kritik zu äußern.
Und genau diese Atmosphäre der Angst ist es doch auch, die es so den Tätern in der Kirche ermöglicht, gefahrlos Verbrechen an Schutzbefohlenen zu begehen.
Unter dem Deckmantel den guten Ruf der Katholischen Kirche zu wahren, können sie ihr Unwesen folgenlos treiben.
Auch wir hatten einen Täter, der unter dem Schutz des Bistums Hildesheim stand: Georg Merettig.
Wer schutzlos war, das waren wir. Wir Kinder, wir Jugendliche.
Nicht nur in Wolfenbüttel. Auch in Cuxhaven. Und in SZ-Bad. Und in Lehre. Und in Ronnenberg. Und in Uelzen. Und in SZ-Gebhardshagen. Und in Ilsede. Und in Bad Gandersheim.
Es wurde mit uns Kindern, mit uns Jugendlichen, mit unserer Zukunft gespielt. Und wir sind die Schwächsten, wir können uns meist vor Erwachsenen noch nicht schützen.
Und worum geht es? Was hat Pfarrer Matthias Eggers angemahnt? Endlich den missbrauchten Kinder und Jugendlichen Gehör zu verschaffen. Ihnen endlich eine Stimme zu geben.
Denn: „Es hätten auch wir sein können.“
Es hätte mein Bruder sein können. Schauen Sie sich um, es hätte jeder von uns sein können!
Ja, es hätten auch wir sein können.
Wir haben Glück gehabt. Das Wissen zerreißt uns förmlich.
Einerseits hätten wir Opfer sein können, weil die Kirche verschwiegen, vertuscht, versetzt hat.
Und andererseits gehören wir zu der Kirche, die nicht schonungslos aufarbeitet und die den Opfern nicht bedingungslos hilft.
Und deshalb frage ich mich immer öfter:
„Kann ich dies mittragen?“
„Kann ich einer Kirche angehören, die so mit Macht umgeht?“
Deshalb unser Wunsch: Kehren Sie, Herr Bischof, zu Ihrem Versprechen zurück, jeden Stein umzudrehen und schonungslos aufzuarbeiten.
Reißen Sie die Machtstrukturen Kirche endlich ein, so wie Sie es zu Beginn Ihrer Amtszeit Ende 2018 verkündet und gefordert haben: „Wir brauchen einen radikalen Wandel, unverstellten Blick auf unsere Wurzel, unseren Ursprung: das Leben und die Botschaft Jesu. Und können nicht mehr weitermachen wie bisher.“
Wir hoffen Sie können mit uns zu dieser Botschaft zurückkehren. Mit uns daran arbeiten. Und das Licht, dass Pfarrer Eggers neu entzündet hat, ins Bistum tragen.
Und dafür überreiche ich Ihnen, Herr Bischof, diese Kerze. Bringen Sie bitte für uns alle „Licht ins Dunkel“. Für alle Betroffenen, alle Angehörigen.
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